Trauma ist keine pathologische Sonderkategorie menschlichen Daseins, sondern eine Existenzielle Grenzerfahrung, die über die seelischen Kräfte eines Menschen im Allgemeinen und die eines Kindes im Speziellen hinausgeht. In der Folge spaltet sich die Seele und die traumatischen Inhalte werden verdrängt. Eine Existenzielle Grenzerfahrung ist oft eine Erfahrung an der Grenze zwischen Leben und Tod. Dies kann die Erfahrungen eines Frontsoldaten betreffen oder auch das Geburtstrauma. Jede Existenzielle Grenzerfahrung ist stets in dem historischen, gesellschaftlichen und familiären Rahmen zu betrachten und zu behandeln, in dem sie entstanden ist. Deshalb kann sie auch nicht Gegenstand einer allgemeinen psychologischen Deutung sein. Ohne Integration (Aufhebung der seelischen Spaltung) bleiben biografische Existenzielle Grenzerfahrungen im familiären Unbewussten erhalten und werden so von Generation zu Generation weitergegeben. Hieraus begründet sich der Ansatz einer transgenerationalen Traumaarbeit.